Kira Frings

Kira Frings konnte eine steile Entwicklungskurve durchlaufen. Angefangen hat sie im Januar 2019 als Werkstudentin und entschied sich kurz darauf, ebenfalls ihre Masterarbeit in unserem Start Up zu schreiben. Auch nach ihrem Studium blieb Kira envelio treu. Ende 2019 fing sie als feste Mitarbeiterin im Bereich Business Development an und sammelte zusätzliche Erfahrungen als Product Owner und Customer Success Mangerin. In den verschiedenen Rollen lernte sie die Intelligent Grid Platform immer besser kennen und entwickelte großes Know How für unsere Software-as-a-Service Lösung.

In ihrer aktuellen Rolle als Produktmanagerin ist sie vor allem für die Koordination der kurzfristigen Produktentwicklung zuständig. Über die Sales- und die Customer Success Abteilung erfährt sie, welche Funktionen von den Nutzern der Intelligent Grid Platform benötigt werden. In Abstimmung mit Philipp Erlinghagen, unserem VP Product legt sie fest, in welcher Reihenfolge die Funktionen entwickelt werden. Anschließend stimmt Kira die Implementierung mit unseren Designern und Entwicklern ab.

Als mentalen Ausgleich zur Arbeit und um ihren Horizont zu erweitern, reist Kira gerne und versucht sich in Themen weiterzubilden, die nichts mit Technik zu tun haben. Sie braucht aber auch den physischen Ausgleich, geht deshalb gerne in der Natur wanden und probiert neue Sportarten aus – zurzeit trifft man sie pandemiebedingt häufig auf dem Golfplatz.

Wir haben Kira interviewt, um mehr darüber zu erfahren, wie sie die Arbeit in der Tech Branche empfindet:

Warum hast du dich für die Tech-Branche entschieden?
Technische Zusammenhänge finde ich schon immer spannend. Meine Leistungskurse in der Oberstufe waren Mathematik und Physik. Letztendlich habe ich mich für ein Studium im Bereich „Wirtschaftsingenieurwesen“ mit dem Schwerpunkt „Elektrotechnik“ an der RWTH Aachen entschieden. Die Kombination aus Elektrotechnik und Wirtschaft war sehr hilfreich für meine jetzige Position als Produktmanagerin, in der ich als Schnittstelle verschiedener Abteilungen fungiere. Ich kenne mich jetzt nicht nur mit Elektrotechnik aus, sondern verstehe auch wie Unternehmen funktionieren.

Wie waren Frauen in deinem Bildungsweg vertreten?
Bereits während meines Studiums war ich eine der wenigen Frauen. Falls es mal eine Professorin gab, kam diese aus dem BWL-Bereich. Die technischen Vorlesungen wurden von männlichen Professoren gehalten, genau wie die Übungen. Auch in meinen technischen Praktika war ich immer Männern unterstellt.

Wie würdest du die Unternehmenskultur bei envelio beschreiben?
envelio ist ein sehr offenes und familienfreundliches Unternehmen. Durch die flachen Hierarchien ist die Atmosphäre bei uns intern sehr familiär, das gestaltet die Arbeit sehr angenehm. Bei envelio arbeitet man in einem leistungsstarken, dynamischen und ergebnisorientierten Umfeld. In der Tech-Branche muss man sich immer wieder neu erfinden und dem Wandel anpassen. Die meisten von uns interessieren sich auch privat für Tech-Themen und bringen die Leidenschaft in ihre Arbeit ein.

Was macht dir bei deinem Job am meisten Spaß?
Meine Arbeit ist sehr vielfältig. Ich muss nicht nur verschiedene Anforderungen erfüllen, sondern stehe auch mit vielen verschiedenen Abteilungen im engen Austausch. Dadurch ist mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Es wird nie langweilig!

Warum bist du ein Benefit für envelio und generell für die Tech Branche?
Ich bringe nicht nur das technische Verständnis mit, sondern kann mich auch gut in unsere Kunden:innen hineinversetzen. Bevor ich mit unseren Entwicklerinnen und Entwicklern gesprochen habe, kann ich bereits gut einschätzen, wie lange die Entwicklung bestimmter Funktionen ungefähr dauert und sie nach Dringlichkeit ordnen. Als Organisations- und Planungstalent fällt es mir leicht, den Überblick zu behalten, Abstimmungstermine vor- und nachzubereiten und zu moderieren. Außerdem stoße ich häufig gewinnbringende und zielführende Diskussionen an.

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?
Da ich die erste Produktmanagerin bei envelio bin, macht es mich besonders stolz, den Produktmanagement Bereich mit Philipp gemeinsam aufgebaut zu haben. Wir haben eine Produktstrategie und ein Produktmanagement entwickelt, das erheblich zur stetigen Produktverbesserung beiträgt. Außerdem bin ich stolz darauf, mein Verständnis im Bereich Softwareentwicklung erheblich gesteigert zu haben.

Wie ist es für dich in Männergruppen zu arbeiten?
Dadurch, dass es in meinem Studium nie anders war, bin ich daran gewöhnt. Wenn man die Personen kennt, ist das auch gar kein Problem, weil sie wissen, was du kannst. Anstrengend finde es hingegen teilweise, wenn man in einem neuen Umfeld zusammenkommt. Als Frau habe ich oft das Gefühl mich beweisen zu müssen. Männer sind oft nicht gewöhnt, dass Frauen dabei sind, die das gleiche technische Verständnis haben wie sie selbst und sie auf dem gleichen technischen Niveau mit uns sprechen können.

Bei envelio war das seit Beginn an anders. Hier wurde ich direkt zu 100 % ernst genommen und genau behandelt wie die männlichen Kollegen. Trotzdem freue ich mich, dass sich mittlerweile immer mehr Frauen entscheiden, bei uns anzufangen. In gemischten Teams ist die Arbeit am angenehmsten.

Wie hat sich die envelio Kultur verändert (von Arbeitsbeginn bis heute)?
Als ich bei envelio angefangen habe, waren wir nur drei Frauen, unsere Teams waren sehr homogen. Mittlerweile hat sich das geändert. Der Frauenanteil steigt, dadurch werden unsere Teams immer vielfältiger. Man merkt das nicht nur während der Arbeit, sondern auch in den Pausen. Unsere Gesprächsthemen sind nun viel abwechslungsreicher, weil verschiedene Menschen mit verschiedensten Hintergründen zusammen an einem Tisch sitzen. Bei envelio hatten wir beispielsweise das Ritual, mittwochs immer gemeinsam Mettbrötchen zu essen, den sogenannten „Mettwoch“. Mittlerweile gibt’s beim Mettwoch auch Käse und es wird öfter mal Salat bestellt. Außerdem kann ich bei meinen weiblichen Kolleginnen Themen ansprechen, über die ich vielleicht nicht mit einem männlichen Kollegen sprechen möchte und umgekehrt. Man hat immer jemanden, an den man sich wenden kann.

Warum sollte man sich deiner Meinung nach als Frau bei envelio bewerben?
Bei envelio kann man sich sehr gut technisch weiterentwickeln, weil wir über eine große Expertise in diesem Bereich verfügen – beispielsweise haben viele von uns promoviert. Außerdem tragen wir mit unserem technischen Know How aktiv dazu bei, die Energiewende im Verteilnetz zu ermöglichen. Durch unsere Arbeit leisten wir einen wertstiftenden Beitrag für die Zukunft. Nachhaltigkeit ist einer unserer zentralen Werte im Unternehmen.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich würde mir wünschen, dass sich Stereotypen auflösen. Ich bekomme oft Kommentare wie „du siehst gar nicht aus wie eine Ingenieurin“ oder „das hätte ich dir gar nicht zugetraut“ – so etwas schreckt viele ab.

Einer meiner größten Wünsche ist, dass es mehr weibliche Vorbilder in der Tech Branche gibt, die die negative und abschreckende Wirkung auflösen, sodass viel mehr Mädchen schon frühzeitig Interesse an technischen Themenstellungen finden.