Häufige Fragen
Die zentralen regulatorischen Anforderungen an Verteilnetzbetreiber in Deutschland gelten unabhängig von der Unternehmensgröße. §14a EnWG (Steuerung von Wallboxen, Wärmepumpen und Speichern), §9 EEG (Fernsteuerbarkeit von Erzeugungsanlagen) und §12 EnWG (jährliche Steuerbarkeitschecks) sehen keine vereinfachten Verfahren für kleinere VNBs vor. Eine der wenigen Ausnahmen ist §14d EnWG: Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Entnahmestellen müssen keinen eigenen Netzausbauplan erstellen, sind aber zur Datenweitergabe verpflichtet.
Die Daten müssen nicht perfekt sein. Kein Netzbetreiber startet mit einer vollständigen und fehlerfreien Datenbasis. Die Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio ist darauf ausgelegt, auch mit unvollständigen Daten zu arbeiten und hilft aktiv bei der Verbesserung: automatische Erkennung schwarzgefallener Netzabschnitte, Topologieprüfung, Trennstellenanalyse und direkte Rückmeldung von Datenfehlern an die Quellsysteme. Vorgefertigte Templates und Data Shipper für gängige GIS- und ERP-Hersteller beschleunigen die Anbindung.
Die Umsetzung von §14a EnWG setzt ein rechenfähiges Netzmodell, die Integration von Messdaten und die Fähigkeit zur gezielten Steuerung bei Netzengpässen voraus. Für kleinere Stadtwerke empfiehlt sich ein Einstieg in drei Phasen: Zunächst das statische Netzmodell aufbauen und die Datenqualität bewerten. Dann Live-Daten integrieren und Transparenz schaffen. Zuletzt die Steuerung operativ umsetzen. Die Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio unterstützt diesen Prozess durchgängig, auch wenn die Datenbasis zu Beginn unvollständig ist.
Ein digitaler Zwilling im Verteilnetz ist ein rechenfähiges, digitales Abbild des physischen Stromnetzes. Er bildet Topologie, Betriebsmittel und deren Zusammenhänge ab und ermöglicht Simulationen, Lastflussberechnungen und Engpassanalysen. Für kleinere VNBs ist der digitale Zwilling die Grundlage für nahezu alle regulatorischen und operativen Aufgaben: von der Netzverträglichkeitsprüfung über die Netzplanung bis zur Steuerung nach §14a EnWG. Die Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio baut diesen digitalen Zwilling automatisiert aus vorhandenen GIS- und ERP-Daten auf.
Die Dauer hängt vom Umfang der gewählten Module und der vorhandenen Datenbasis ab. Die Kommunalen Energienetze Inn-Salzach, ein Netzbetreiber mit ca. 19.000 Anschlusspunkten in Bayern, haben den Aufbau eines zu 99 Prozent rechenfähigen Netzmodells mit der Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio in sieben Monaten abgeschlossen.
envelio übernimmt den Aufbau der Schnittstellen zu den bestehenden Systemen des Netzbetreibers, etwa GIS, ERP oder Messdatenplattformen. Ein standardisierter Onboarding-Plan definiert klare Verantwortungen für beide Seiten, sodass der interne Aufwand beim Netzbetreiber möglichst gering bleibt. Die Plattform unterstützt zusätzlich bei der kontinuierlichen Bewertung und Verbesserung der Datenqualität.
Die Pflicht zur Erstellung eines Netzausbauplans nach §14d EnWG gilt für Verteilnetzbetreiber mit mehr als 100.000 unmittelbar oder mittelbar angeschlossenen Kunden. Kleinere Netzbetreiber unter dieser Schwelle sind davon befreit, es sei denn, sie haben in den letzten zwei Jahren mehr als drei Prozent der potenziellen Stromerzeugung aus Wind- oder Solaranlagen abgeregelt. Unabhängig davon besteht für alle Verteilnetzbetreiber die Pflicht, Netzkarten und Prognosedaten an den vorgelagerten Netzbetreiber zu übermitteln.
